Keine Chance für eine bessere Beleuchtung durch nachlässige Verwaltung?

In Aus dem Rathaus

Das Thema ist leider mehr als 3 Jahre alt! Die Strassenbeleuchtung der Bahnhofstrasse wurde damals erneuert und seitdem gleicht die Hauptstrasse Gräfelfings einem Verkehrsübungsplatz oder Schlimmerem. Die IGG wollte für künftige Projekte dieser Art einen Riegel vorschieben und stellte damals einen Antrag, der von der Gemeindeverwaltung bis heute ignoriert wurde: Es kam zwar zur Diskussion mit einem Beschluss im Gemeinderat. Aber dabei blieb es. Die neue Rottenbucherstrasse ist daher nur das Abbild der alten Vorgehensweise: Nichts gelernt – Chance vertan!

 

Mit den Umbaumaßnahmen zur Rottenbucherstrasse soll auch das Beleuchtungskonzept erneuert werden: Diesen Beschluss des Gemeinderats hatte die IGG vor 3 Jahren erreicht als sie auf die unbefriedigende Beleuchtung der Bahnhofstrasse mit einem Antrag hinwies. Doch es kam vollkommen anders:

  1. Ein IGG-Antrag aus dem Jahr 2010, der ein Konzept für die Beleuchtung der Gräfelfinger Straßen vorschlug, wurde jetzt erst im September-Bauausschuss inhaltlich behandelt – ein durchaus heftig zu kritisierender Vorfall: beschlossen wurde bereits genau vor 3 Jahren, dass bei der Umgestaltung der Rottenbucherstraße ein Fachberater für eine ansprechende Straßenbeleuchtung hinzugezogen werden solle. Dieser Beschluss wurde nicht eingehalten! Dieses Versäumnis kurzfristig nachzuholen, dazu war es für die Rottenbucherstraße zu spät, wie den Gemeinderäten bei der Vorlage der Umbaupläne versichert wurde. Nun wurde beschlossen, dass vor jeder Straßensanierung ein Fachvorschlag für die Beleuchtung vorgestellt werden soll.
  2. Bei der ‚Durchsprache der Umbaupläne für die Rottenbucherstraße im April 2013‘ hatte sich Petra Schaber, nachdem feststand, ein Konzept wird es nicht geben, noch stark gemacht dafür, dass an Stelle von einseitig aufgestellten großen Laternen zweireihig niedrigere angeschafft werden sollten. Dies wurde jedoch abgelehnt, weil zu teuer und zu dem Zeitpunkt wohl technisch nicht mehr möglich, so die Aussagen vom Bauamt. Eine verpasste Chance!

Die Kritik der IGG betrifft Versäumnisse in der Verwaltung, rechtzeitig Vorarbeiten zu leisten, mangelnde Kontrolle der Verwaltung und sozusagen notgedrungen nachträgliches Sanktionieren falscher Arbeitsergebnisse durch den Gemeinderat. Wie es unter diesen Verhältnissen dazu kam ist im Nachhinein durchaus zu verstehen:

  • Es wurde versäumt, gemäß des 3-Jahre-alten Beschlusses rechtzeitig einen Fachprojektanten für den zu beleuchtenden Straßenraum zu beauftragen, um dann für die Rottenbucherstraße einen detaillierten Vorschlag erarbeiten zu lassen.
  • Die nun gewählten Beleuchtungskörper für die neue Rottenbucherstraße, die zu den längsten mit Wohngebäuden bebauten Straßen Gräfeldfings zählt, sind zu hoch und schaffen aus unserer Sicht damit keine angemessene Aufenthaltsqualität.
  • Die bereits aufgestellten Laternenmasten unterscheiden sich von denen in der Bahnhofstraße; wird der Anschluss dann hergestellt nach dem 2.Bauabschnitt, dann haben beide Straßen in der Ortsmitte in Gräfelfing ein unterschiedliches Beleuchtungskonzept. Abweichende Ausstattungen kann man sich durchaus bei schmaleren Wohnstraßen vorstellen.
  • Man hat es sich zu einfach gemacht. Beim gemeindlichen Vertragspartner, der nun in Bayernwerke AG umbenannten Firma Eon, besteht ein vorgegebenes Sortiment, das die Vorschläge der Verwaltung eingrenzt. Modelle anderer Firmen werden z.Zt. gar nicht in Betracht gezogen.

Lektion dieses Mal gelernt?

  • Nun wurde im Bauausschuss beschlossen, dass vor jeder Straßenerneuerung über ein individuelles Beleuchtungskonzept beschlossen werden soll. Auch sollen dann hierfür Modelle anderer Anbieter als der Vertragspartner der Bayernwerke AG wählbar sein.
  • Der Vollzug dieses Beschlusses wird von der IGG in Zukunft noch wachsamer beobachtet werden müssen, als dies bisher der Fall war. Er heilt allerdings auch nur in Teilen den gemachten Fehler der Verwaltung, denn das Versäumnis ist durchaus als nachteilig für Gräfelfing zu bezeichnen. Die Gemeinderäte gehen gemeinhin davon aus, dass gefaßte Beschlüsse auch von der Verwaltung umgesetzt werden. Das war in diesem großen Projekt absolut nicht der Fall und wurde auch vom Landratsamt auf Anfrage der IGG gerügt.

Müssen jetzt die Gemeinderäte davon ausgehen, dass sich solche Ereignisse wiederholen? Solange die Ursachen in der Verwaltung nicht abgestellt werden, werden wir uns offensichtlich wohl auf weitere Fälle dieser Art vorbereiten müssen!

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