Der Fahrstuhl am S-Bahnhof

Seit Mitte Juni ist der Aufzug zur S-Bahn in Gräfelfing nicht zu benützen. Ein defektes Kabel ist schuld. Für Reisende mit Behinderung ist es daher nahezu unmöglich über die lange Treppe die Bahn zu erreichen oder den Bahnsteig zu verlassen. Und niemand fühlt sich verantwortlich dieses Dilemma zu beenden.

 

Die IGG hatte am Dienstag den 23.Juli um 17:00 die Presse eingeladen, um den Mißstand am Gräfelfinger Bahnhof mit mehr Druck aus der Öffentlichkeit abzustellen. Und die Presse berichtete daraufhin gar leidvolles von Frau Göbel, die ihren Kinderwagen die steile Treppe hochwuchten musste und, dass es nur um ein defektes Kabel geht das 3 Monate Lieferzeit hat. Von der IGG und deren Unterschriftenaktion fast kein Wort, obwohl sie eine ganz andere Sichtweise vortragen konnte:

Mit bei der Presseveranstaltung war Ottmar Weiss-Schaber, der seit dem Defekt nach Planegg fahren muss, um die S-Bahn benützen zu können, da er an seinen Rollstuhl gebunden ist. Seine mehrfachen Anrufe bei der Bahn blieben wirkungslos. Rücksprache bei Gemeinderäten wurden bei Hr. Baumann gesammelt der mitteilte, man sei dran. Ein Versuch Bgm. Göbel am Montag zu erreichen, landete wieder bei Hr. Baumann mit der ausweichenden Antwort, dass es noch 3 Monate dauern würde. Die Gemeinde hatte die Situation akzeptiert und Ottmar Weiss-Schaber war am Ende mit seiner Geduld.

Am Dienstag startete der Vorsitzende der IGG, Nico von Welck, die Presseeinladung mit Unterschriftensammlung, mit dem unmittelbaren Erfolg, dass Bgm. Göbel plötzlich doch bei Ottmar Weiss-Schaber anrief, um ihm die leidvolle Geschichte seiner Frau und genau den Details, die später in der Presse berichtet wurden, mitzuteilen.

 

  • Warum muss sich die IGG – und nicht die Gemeinde – bei der Bahn derart beschweren, bis eine Notreparatur in Betracht gezogen wird?
  • Warum kann unsere Gemeinde diesem Notstand 6 Wochen lang tatenlos zusehen und sich auf den uneffektivsten Weg des Telefonierens berufen?
  • Als Bürgemeister hätte Hr. Göbel durchaus schärfere Gangarten angehen und der Bahn einen Termin setzen können – egal ob berechtigt oder nicht.

 

So blieb es bei einer üblichen Verschiebung der Zuständigkeiten: Von der versprochenen Notreparatur war weder am Donnerstag 25.7. 2013 noch am Montag, 29.7.2013 etwas zu bemerken.

Der Vollständigkeit halber wird hier festgestellt, dass der Fahrstuhl am 7.8.2013 repariert wurde. Mehr als 9 Wochen musste man Geduld aufbringen – Chefsache sieht anders aus.

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