Wie kann Gräfelfing den überörtlichen Verkehr in den Griff bekommen?

Beschäftigte man sich mit dem Bürgerentscheid 2013, stellte sich einem automatisch die Frage, welche überörtlichen Planungen es für unsere Region gibt, die sich um die Belange auch der anderen betroffenen Gemeinden kümmern. Dabei kam man zum unbefriedigenden Ergebnis, dass jede Gemeinde für sich plant und darauf hofft, dass es damit gut ist.
Dass es weitreichenderer Anstrengungen bedarf, zeigt ein Antrag der IGG, in dem die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden angemahnt wird. Dazu wird der Vorschlag gemacht, die Gesamtproblematik im Gremium der Raumplanerischen Entwicklungskonzeptes (ROEK) gemeinsam anzugehen.

 

Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt ist bis heute offensichtlich nicht im Handlungsplan der Gemeinden angekommen: Überörtliches Planen und die Beteiligung an entsprechenden Gremien.

‚Es gab ja bereits den Antrag der IGG zu gemeinsamen Beratungen mit Planegg vom 11.10.2007‘. Leider folgten nur drei Sitzungen der Fraktionssprecher beider Ratsgremien, die ergebnislos blieben.

Gerade der abgelehnte Bürgerentscheid zur Umgehungsstrasse St2063 neu zeigte auf, wie Gräfelfing im Alleingang seine Probleme lösen wollte. Planegg zog nicht mit, andere schauten zu und warteten darauf, dass Gräfelfing alles bezahlt. Nein, so kann es nicht gehen!

Gräfelfing ist Mitglied im Gremium „Raumordnersiches Entwicklungskonzept München Südwest (ROEK München Südwest)“, das Teil des Planungsverbandes Äusserer Wirtschaftsraum München ist. Im Bericht aus dem Rathaus 2012 (S. 13) wird dieses Gremium zitiert als der Ort, in dem Gräfelfing gemeinsam mit den Würmtalgemeinden Planegg, Neuried, Krailling, Gauting, sowie den Städten München, Germering und Starnberg im „interkommunalen Ansatz…dem Umstand Rechnung trägt, dass der Verkehr nicht an der Ortsgrenze endet, sondern vielmehr zumeist überörtliche bzw. überregionale Beziehungen hat“.

Hier ist ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, das 2014 fertiggestellt sein soll. Die IGG fordert, dass Gräfelfings Vertreter darin auf eine Entlastung unseres Ortes dringen, wobei aber die Bedürfnisse der umliegenden Gemeinden und Münchens ebenso berücksichtigt werden.

Um die finanziellen Lasten zu teilen, muss auch der Freistaat mit an den Verhandlungstisch gebeten werden. Dazu gehört ebenso eine erweiterte Planung des ÖPNV, sowie die Betrachtung des Radverkehrs. Diese Zusammenschau in eine zielführende Planung einzufügen, stellt die IGG unter dem Titel „Wie bekommt Gräfelfing den Durchgangsverkehr in den Griff? (443.09 kB)“ einen neuen Antrag.

Unsere Forderung: es braucht überörtlichen Konzepte für die weiteren Planungen.

 


 

Nach dem Ablehnen der St2063 neu durch den Bürgerentscheid kamen die Fachberater, die die Vertreter des ROEK begleitet haben zu dem erstaunlichen Schluss:

  • Es bedarf keiner überörtlichen Umgehungsstraßen!
    Im Umweltausschuss vom 13.2.14 wurde von Marc Hofmann (Architekturbüro 03 Architekten) bei seinem Zwischenbericht als ein beachtenswertes Ergbenis vorgetragen, dass im Würmtal überörtliche Straßen keine Entlastungswirkung für den hauptsächlich hausgemachten Verkehr bringen wird – vielmehr ziehen solche Umgehungsstraßen fremde Verkehre an, der dann vielfach in die Gemeinden „schwappt“.

Über den Antrag der IGG bestätigt das Studienergebnis des ROEK, dass großräumige Projekte auch mit dem Blick über die Gemeindegrenzen hinaus geplant werden müssen. Gemeinde-übergreifende Themen sind mit Bedacht und Sorgfalt zu planen.

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