Gibt es Regressansprüche beim Schallschutz an der A96?

Die Zunahme des Verkehrs auf der A96 ist nicht zu überhören. Die Schallschutzmaßnahmen westlich des Tunnels, finanziert durch die Gemeinde Gräfelfing, leisten offenbar nicht die bei den Bürgern geweckten Erwartungen. Hierzu stellte die IGG bereits im Juli 2007 einen Antrag auf Überprüfung, der ohne Nachdruck durch die Gemeinde nur zu einer minderwertigen Anfrage abgewertet wurde. Nun beantragt die IGG erneut eine Überprüfung.

 

Am 25.7.2007 stellte die IGG einen Antrag – ‚Eilantrag zur vermeindlichen Fehlkonstruktion der neuen Lärmschutzwände an der A96‘ – in dem gefordert wurde nachzuprüfen ob die Beauftragung und Ausführung der Lärmschutzwände entlang der A96 westlich des Tunnels wie beschlossen erfolgte.

Die damalige Beantwortung des Antrags erschien unzureichend und ohne den erwarteten Nachdruck durch die Gemeinde durchgesetzt. Nun mehren sich die Beschwerden der Bürger über die

  • Zunahme des Lärms,
  • die mangelhafte Wirkung der Schallschutzwände und
  • deren fragliche Wirkung.

Nun hat die IGG erneut einen Antrag gestellt in dem zu beschließen ist, dass die Gemeindeverwaltung unverzüglich tätig werden soll.

  • Es muss anhand der, dem Gemeinderat vorzulegenden Aufträge, geprüft werden, ob Regressforderungen gestellt werden müssen, weil die Wände falsch positioniert wurden und
  • weil das Betonmischverhältnis nicht ausreichend schallschluckend ist.
  • Welche Prüfung und Abnahme hat nach Beendigung des durch die Gemeinde finanzierten Baus stattgefunden?

In der Sitzung des Umweltausschuß hat Bm. Göbel am 8.7.2008 das Thema des letzten Antrags auf die Tagesordnung setzen lassen. Erneut wurden von Hr. Maget, von der Fa. Accoustic Consult, Unterschiede zwischen Absorption und Reflexion ins Feld geführt. Das Fazit dieser erneuten Behandlung führte dazu dazu, dass die Wände Schall mindernd wirken – jedoch die nicht alle Quellen der A96 und besonders die westilch gelegenen erfasst. In Zusammenhang mit dem beträchtlichen Verkehrsanstieg durch den Anschluß der A99 ist eher von einer Schallzunahme auszugehen. Der minimale Lärm-mindernde Effekt der Wände auf den Wällen wird durch den bereits seit längerem fließenden vermehrten Verkehr auf der A96 kompensiert. Dieses wurde vom eingeladenen Gutachter bestätigt.

Was die Aufstellung der Wände betrifft, ist die gewellte Oberfläche auf der dem Verkehr abgewandten Seite nach unserer Meinung falsch positioniert worden. Auch wenn Herr Göbel erneut als Grund die bessere Berankung durch Pflanzen als Grund aufführt, kann er die IGG und andere Bauingenieure nicht überzeugen.

Die Rankgitter für Pflanzen allerdings, die vorne angebracht werden sollten, werden nun erst angebracht und bepflanzt. Insgesamt wurde bei der Sitzung deutlich und auch von Bgm. Göbel unterstrichen, dass die weitaus bessere Lösung gewesen wäre, die Wände unten an die Fahrbahn zu positionieren. Was in den Beschlussvorlagen „schallabsorbierende Wände“ hieß, ließ die GR hoffen, dass es sich um bestmöglichen Schutz handeln würde. Dieses war jedoch von Anfang an gar nicht möglich. Es heißt im Abstimungsgespräch mit der Autobahndirektion Südbayern, am 24.5.05:

„Als Material für die Lärmschutzwände ist grundsätzlich Beton vorgesehen. Hochabsorbierende Materialien sind nicht erforderlich, da die Wände auf Wällen sitzen.“

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